Auf die Haltung kommt es an

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(Artikel | 3 min)

Auf die Haltung kommt es an

„Das war eine Frage der Haltung. In dem Moment war mir klar, wie ich zu handeln habe“, sagte mir ein Bekannter, der vor einiger Zeit in seiner Firma zum Whistleblower wurde. Als jemand, der Jesus nachfolgt, galt für ihn: Gerechtigkeit und Integrität sind wichtiger als das persönliche berufliche Vorankommen. Der Blick darauf, wie Jesus gelebt und was er gesagt hat, gab ihm einen inneren Wertekompass. Das Vertrauen darin, dass Jesus ihn und seine Familie im Blick hat, sie versorgen würde, gab ihm die Zivilcourage, diese Werte zu priorisieren, auch auf die Gefahr von persönlichen Nachteilen hin. „Blick nach vorne und Haltung, bitte!“ klingt mir bis heute der Satz meiner Tanzlehrerin in den Ohren. Den Blick auf einen Punkt zu richten, hilft, nicht schwindelig zu werden oder ins Taumeln zu geraten.

Innere und äußere Haltung.

Beides ist für Führungskräfte wichtig. Aus der Psychologie wissen wir, dass sie sich bedingen und beeinflussen. Spannend dabei: Ich habe immer eine Haltung. Ich werde immer Prioritäten setzen und nach Werten handeln. Da ist es hilfreich, ab und zu innezuhalten und zu fragen: Sind das die Werte, die ich verkörpern will? Will ich für diese Haltung bekannt sein? Innere und äußere Haltung haben damit zu tun, wohin ich blicke. Wenn ich den Blick nach oben richte, kann ich aufrecht gehen. Wenn ich den Blick auf Jesus Christus richte, gibt mir das in einer Welt, die einen manchmal schwindelig tanzt, innere Orientierung. Und den Mut, diesen Werten im entscheidenden Moment zu folgen. Selbst, wenn das vordergründig erstmal nicht zu mehr ökonomischen Erfolg führt.
Dabei wird auch deutlich: Haltung kommt von Gehaltenwerden. Wer hält mich im Erfolg auf dem Boden der Tatsachen, so dass er mir nicht zu schnell zu Kopf steigt und meine Haltung beeinflusst? Wer hält zu mir an den Tagen der Niederlage und spricht mir Würde und Wert zu, auch wenn ich versage? Auf welchem Fundament kann ich so sicher stehen, dass ich aufrecht durchs Leben gehen kann?

Ruhe zum Handeln

Wenn ich das weiß, kann ich aus einer inneren Ruhe heraus handeln. Wenn die grundlegenden Fragen nach meiner Identität geklärt sind, gibt das Klarheit für mein Handeln. Es hilft, die inneren Antreiber zu identifizieren und zu beruhigen, die mich sonst schnell zum Getriebenen meiner eigenen Visionen machen oder mich unter Druck setzen.

Jesus ist dafür ein spannendes Beispiel. Er handelte aus der inneren Ruhe des Gehaltenseins heraus und konnte darum Haltung zeigen: Weil er wusste, dass seine Identität in der bedingungslosen Liebe Gottes gegründet war, hatte er eine unglaubliche Freiheit, Menschen in einer Haltung von großer Offenheit, Bescheidenheit, Dienstbereitschaft und Freundlichkeit zu begegnen. Egal, ob er es mit dem reichen Unternehmer, der verachteten Prostituierten, oder dem Tagelöhner zu tun hatte: Er musste sich nie beweisen. Weil er wusste, wer er war. Wie kein zweiter verband
er im Umgang mit Menschen Klarheit und Nachsicht, Ehrlichkeit und Großzügigkeit. Seine natürliche Autorität und sein Mut zu gesunden Prioritäten kamen aus der inneren Ruhe des Gehaltenseins. Das inspiriert mich. Und es fordert mich heraus, im Alltagstrouble innezuhalten und mich zu vergewissern: Die Liebe Gottes hält mich. Darum kann ich mutig Haltung zeigen.

Der Artikel wurde ursprünglich veröffentlicht im KCF Magazin 2/2020