Denkend glauben

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Albert Einstein soll einmal gesagt haben: „Das ewig Unbegreifliche an der Welt ist ihre Begreiflichkeit.“ (1)

Er war fasziniert, dass es uns überhaupt möglich ist, Umlaufbahnen der Himmelskörper oder die chemische Zusammensetzung der Luft verstandesmäßig zu erfassen und zu beschreiben.

Die verschiedenen Fakultäten an unseren Hochschulen zeigen uns, dass es viele Zugänge gibt, diese Welt zu beschreiben. Viele haben sich mit der Wahl eines Studiums einen solchen Zugang ausgesucht. Wir setzen unseren Verstand dafür ein, um einen Teil dieser Wirklichkeit zu hinterfragen und so besser kennenzulernen – egal ob als Ingenieur, Sozialpädagoge oder Kunsthistoriker.

Einer dieser Zugänge ist auch der Glaube. Wissenschaftliches Denken und christlicher Glaube schließen sich nicht aus. Es gibt sogar einen Bereich innerhalb der Theologie, der sich genau damit beschäftigt, den Glauben denkend zu verantworten: die Apologetik.

Das Wort Apologetik kommt aus dem Griechischen und steht für „Rechtfertigung“. Ein Apologet rechtfertigt den Grund seines Glaubens, auch über seinen Verstand und logische Argumentation.

Wie wir uns als Wissenschaftler mit Verstand und Neugier bewegen, so können wir uns auch dem christlichen Glauben nähern. Der Theologe Karl Heim sieht die Aufgabe der Apologetik darin, intellektuelle Steine aus dem Weg zu räumen und Denkblockaden abzubauen (2). Die Apologetik soll dabei helfen, Gott als denkbar zu begreifen und so neugierig darauf machen, diesen Gott kennenzulernen.

John Lennox, emeritierter Mathematikprofessor aus Oxford, schreibt dazu: „Gott liebt es, wenn wir interessiert nachforschen“(3). Das gilt beispielsweise auch für das Zentrum des christlichen Glaubens, die Auferstehung von Jesus. Ein solches historisches Ereignis muss Spuren hinterlassen haben, die man erforschen kann. Diese Spuren sind zum Beispiel(4):

1. Das leere Grab
Zu Beginn des ersten Jahrhunderts wird das leere Grab nirgendwo bestritten. Wurde der Leichnam von Römern oder Juden beseitigt, die doch gerade kein Interesse an der Auferstehungsgeschichte hatten? Haben die ersten Christen die Leiche versteckt und sind dann allesamt für eine Lüge in Verfolgung oder Tod geraten? Oder war das Grab leer, weil Jesus tatsächlich von den Toten auferstanden ist?

2. Die Begegnungen mit dem Auferstandenen
Die verhältnismäßig kurz nach den Ereignissen verfassten Quellen berichten von sehr vielen Augenzeugen, denen an unterschiedlichsten Orten der auferstandene Jesus begegnet ist (5).

3. Die Wirkungsgeschichte
Im Leben der ersten Christen muss etwas Außergewöhnliches stattgefunden haben. Auf ihre Botschaft von der Auferstehung folgten schwere Verfolgungen. Wie konnte der christliche Glaube in einem so feindlichen Umfeld entstehen?

Was, wenn etwas dran ist an der Auferstehung? Was, wenn diese Welt deswegen für uns begreifbar ist, weil ein intelligenter Gott uns und diese Welt erschaffen hat? Was, wenn unser Denken ein weiterer Zugang dazu ist, diesen Gott kennenzulernen?

 

 

(1) Einstein, Albert: Physik und Realität, 1936
(2) Vgl. Köberle, A.: Karl Heim – Leben und Denken, 1979
(3) Lennox, John: Sieben Tage, das Universum und Gott, 2011
(4) Vgl. Spieß, Jürgen: Aus gutem Grund, 1998
(5) Lukasevangelium, Kapitel 1,2 und 1. Korintherbrief des Paulus, Kapitel 15,6