Ist Jesus auferstanden?

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( Artikel | 5 min )

Warum ist diese Frage so wichtig?

Ich saß einmal in der Uni bei einem Vortrag eines Biologen, der erklärt hat, wie christlicher Glaube und wissenschaftliches Denken zusammenpassen. Am Ende wurde eine Hammer-Frage gestellt: „Herr Professor, was müsste passieren, dass sie ihren christlichen Glauben aufgeben?“ Es war sofort still im ganzen Saal. Der Professor dachte einen Moment nach und sagte dann: „Man müsste beweisen, dass Jesus Christus nicht von den Toten auferstanden ist.“

Der christliche Glaube steht und fällt mit der Frage, ob Jesus wirklich auferstanden ist. Genauso sagt das auch die Bibel. Wenn das nicht stimmt, dann ist unser Glaube sinnlos. (1. Korinther 15, 14+17). Es geht also um alles!

Diese Frage ist das Zentrum des Glaubens und darum ist es wichtig, dass er gut begründbar ist. Und das ist er! Der christliche Glaube ist kein blindes Vertrauen oder eine abstrakte Philosophie. Er beruht auf historischen Ereignissen.

Welche Indizien gibt es für die Auferstehung?

Wenn wir 2000 Jahre zurückschauen und versuchen, den Wahrheitsgehalt der Auferstehungsberichte zu checken, dann müssen wir vorgehen wie ein guter Detektiv. Wir müssen Sherlock Holmes spielen und überlegen: Welche Indizien gibt es? Welche Erklärung passt am besten zu allen Fakten? Genauso arbeiten Historiker. Wie in einem modernen Gericht, wenn es keine Beweise (z.B. ein Überwachungsvideo) gibt. Also dann: Welche Indizien gibt es?

  1. Das Grab von Jesus war leer

Historiker wissen heute, dass in der Frühzeit niemals bestritten wurde, dass das Grab von Jesus leer war. Warum gab es keine Leiche?

Wer hätte einen Grund gehabt die zu verstecken? Römer und Juden wollten, dass Jesus stirbt. Das letzte, was sie sich wünschten, war, dass die Christen überall erzählen, dass Jesus auferstanden ist. Sie hatten absolut keinen Grund, die Leiche wegzubringen.

Grabräuber sind an Schmuck oder teurer Kleidung interessiert. Jesus aber war arm. Grabräuber stehlen in der Regel auch keine Leichen. Und warum sollten sie sie vorher auswickeln und die Grabtücher, das einzige, was etwas Wert hatte, zurücklassen?

Haben die Jünger selbst die Leiche versteckt, damit sie behaupten können, Jesus sei auferstanden? Dagegen spricht, dass die Jünger zuerst selbst nicht verstehen konnten, was passiert war. Dass jemand plötzlich wieder körperlich lebendig wird, kam im Glauben der Juden gar nicht vor. Das war ihnen vollkommen fremd. Damals hat man zwar an ein Leben nach dem Tod geglaubt, aber nicht an eine Auferstehung wie sie bei Jesus beschrieben wird.

Außerdem: Wenn es eine Lüge war, warum haben alle Jünger daran festgehalten? Sie hatten keinen Vorteil dadurch, sondern nur Nachteile, wie Verfolgung und Tod.

  1. Jesus wurde von vielen lebendig gesehen

Jesus ist nach seiner Kreuzigung von vielen Menschen zu verschiedenen Zeitpunkten an unterschiedlichen Orten und in verschiedensten Situationen gesehen worden. Eine Halluzination scheidet also aus! Paulus schreibt, dass Jesus mehreren hundert Menschen erschienen ist und dass die meisten davon noch gelebt haben, als er etwa 20 Jahre später den Brief nach Korinth geschrieben hat (1. Korinther 15, 6).

  1. Frauen als erste Zeugen

Der jüdische Historiker Josephus, der zur Zeit der ersten Christen gelebt hat, schrieb, dass man Frauen nicht als Zeugen befragen soll. So hart das heute klingt: Einer Frau hat man damals nicht geglaubt. Umso spannender also, dass alle vier Evangelien im Neuen Testament berichten, dass Frauen zuerst am Grab waren und von der Auferstehung weitererzählt haben. Wenn jemand die Berichte gefälscht hätte, hätte er niemals Frauen als Zeugen verwendet.

  1. Die christliche Bewegung ist schnell gewachsen

Das Christentum hat sich in einem Klima der Verfolgung und der drohenden Todesstrafe absolut gewaltfrei und (in den ersten drei Jahrhunderten) ohne politische Macht verbreitet. Was haben diese Menschen erlebt, dass sie so verändert und so mutig gemacht hat? Wie konnte ein Petrus, der Jesus aus Angst verleugnet hat, in derselben Stadt plötzlich mutig vor tausenden Menschen predigen? Im Zentrum dieses Glaubens stand schon damals die unglaubliche Botschaft: Jesus ist von den Toten auferstanden!

Wenn man sich diese Indizien ansieht, muss man feststellen: Es gibt aus historischer Sicht sehr gute Argumente für den Kern des christlichen Glaubens. Ich habe bisher keine alternative Erklärung gefunden, die alle Indizien zusammengenommen besser erklärt als diese: Jesus ist tatsächlich von den Toten auferstanden!

Was hat das alles mit uns zu tun?

Die Auferstehung von Jesus ist aber nicht einfach nur ein Event in der Vergangenheit. Sie hat eine große Bedeutung für das Leben im Hier und Jetzt.

  1. Jesus sagt die Wahrheit!

Jesus hat viele Dinge gesagt, über uns heute, auch noch 2.000 Jahre später, herausfordern. Er hat aber auch gesagt, dass er auferstehen wird. Wenn das nicht stimmt, welchen Grund habe ich, den Rest zu glauben? Durch seine Auferstehung bestätigt Jesus: Wir können uns auf alles verlassen, was er gesagt hat!

  1. Es gibt echte Hoffnung!

Auch wenn Zweifel kommen oder man sich von Gott entfernt fühlt, gilt: Jesus hat den Tod besiegt. Unsere Schuld hat Jesus nicht im Grab gehalten. Er hat uns am Kreuz vergeben und mit der Auferstehung einen neuen Anfang gemacht. Es gibt immer Hoffnung, selbst in den dunklen Zeiten.

  1. Das Leben hat Sinn!

Wen mit dem Tod alles aus ist, ist dann nicht eigentlich egal, wie ich lebe? Warum sollten wir uns für eine Welt einsetzen, die ohnehin den Bach runter geht? Auferstehung heißt: Erneuerte Schöpfung. Und damit ist klar, dass alles, was wir im Hier und Jetzt tun, von unendlicher Bedeutung ist.

 

Jesus sagt: „Ich lebe und ihr sollt auch leben“ (Johannes 14,19)

 

 

Der Artikel ist ursprünglich erschienen beim SCM Bundesverlag in der Teensmag-Ausgabe 06/20