Stellungnahme

Als Team versuchen wir gerade, die Ergebnisse der Untersuchung von Ravi Zacharias‘ Fehlverhalten und Missbrauch zu verarbeiten. Wie aus unserem untenstehenden Statement deutlich wird, unternehmen wir Schritte, um die Geschehnisse zu reflektieren, um zuzuhören und uns weiterzubilden. Außerdem sind wir dabei, Inhalte unserer Kanäle neu zu sortieren, unsere Organisationsstrukturen zu überprüfen und die Vereine in Deutschland, Österreich und der Schweiz umzubenennen. 

Vielen Dank für Ihre vielfältige Unterstützung während unserer Neuausrichtung. Bitte zögern Sie nicht, sich bei Fragen oder Gesprächsbedarf jeder Zeit an uns zu wenden.

Stellungnahme zum sexuellen Missbrauch durch Ravi Zacharias

Der Vorstand und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zacharias Instituts sind zutiefst entsetzt, erschüttert und unsagbar traurig über die Taten von Ravi Zacharias, die in den letzten Monaten ans Licht gekommen sind. Am 11.02.2021 wurde von RZIM (Ravi Zacharias International Ministries), unserer Partnerorganisation in den USA, der Untersuchungsbericht eines unabhängigen, externen Expertenteams veröffentlicht. Sie finden den vollen Bericht und eine Stellungnahme des Vorstands von RZIM hier. Darin wird bestätigt, dass Ravi Zacharias über Jahre hinweg systematisch Frauen sexuell missbraucht hat.

Wir verurteilen diese Taten aufs Schärfste. Dass Frauen gedemütigt und traumatisiert wurden, widerspricht grundlegend den Werten von Respekt, Gerechtigkeit und Wahrheit, denen wir uns als Nachfolgerinnen und Nachfolger Jesu Christi verpflichtet fühlen. Unser tiefes Mitgefühl, unsere Gedanken und Gebete sind mit den Frauen, die darunter gelitten haben und immer noch leiden. Wir sind dankbar, dass die Vergehen gegen sie nun ans Licht kommen und eine Aufarbeitung beginnen kann.

Teil dieser Aufarbeitung ist es, persönliches Versagen nicht zu verharmlosen. Wir begrüßen darum, dass RZIM persönliche Vergehen und organisatorisches Versagen öffentlich klar benennt. Dass weitere Schritte angekündigt werden, insbesondere das Angebot an Überlebende, sich vertraulich an eine unabhängige Betroffenenvertreterin zu wenden, sowie die Einsetzung einer umfassenden, externen Untersuchung der organisatorischen Strukturen, Finanzen und der Kultur von RZIM, halten wir für nötig und angebracht.

Uns selbst wird rückblickend bewusst, dass wir als Institut Ravi Zacharias gegenüber positiv voreingenommen waren und überdies den Kontrollmechanismen innerhalb von RZIM zu sehr vertraut haben. Schon im Kontext der 2017 erhobenen Anschuldigungen hätte nicht nur RZIM, sondern auch unser Institut die uns vorgetragenen Erklärungen kritischer hinterfragen müssen. Diese Versäumnisse tun uns außerordentlich leid.

Mit Blick auf Deutschland, Österreich und die Schweiz sehen wir es seit 2013 als unsere Berufung an, Brücken zwischen Wissenschaft, Kultur und Glaube zu schlagen und die Person Jesu Christi auf respektvolle Art und Weise in unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten ins Gespräch zu bringen. Die vielen offenen Türen und die vielfältige positive Resonanz auf diesen Ansatz ermutigen uns, an diesem Auftrag festzuhalten, auch wenn erst die kommenden Monate zeigen werden, in welchem Rahmen die Ressourcen dafür vorhanden sein werden.

Fest steht, dass das Institut nicht länger den Nachnamen von Ravi Zacharias tragen wird. Wir arbeiten bereits an einer Umbenennung.

Aus den Vorkommnissen in den USA wollen wir für die Zukunft lernen. Es ist unser tiefes Anliegen, alles in unserer Macht Stehende dafür zu tun, dass es sowohl in unserer Organisation als auch in unserer Gesellschaft keinen Platz und keine Strukturen für Machtmissbrauch gibt und dass Übergriffe jeglicher Art ans Licht kommen. Wir bilden uns daher in einem ersten Schritt als Team zu diesem Thema fort. Mit den Vereinsvorständen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind wir zudem dabei, unsere eigenen Organisationsstrukturen zu überprüfen, um eine Kultur von äußerster Transparenz und Rechenschaft innerhalb des Instituts zu gewährleisten.

Bitte zögern Sie nicht, sich bei Fragen oder Gesprächsbedarf jeder Zeit an uns zu wenden.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Ihre Partnerschaft und Ihre Gebete, besonders für die Betroffenen.