Stellungnahme

Aktuelles vom Zacharias Institut – 27. Mai 2021 

Heute möchte ich Ihnen einen Einblick geben in das, was uns als Team in DACH in den letzten Monaten bewegt hat.
Die Dimensionen des Missbrauchs und das damit verbundene organisatorische Versagen haben uns nachhaltig tief betroffen gemacht und uns in eine Zeit der Trauer, der Reflexion und des Betens geführt.
Wir haben begonnen, uns intensiv mit den Themen sexueller und geistlicher Missbrauch auseinanderzusetzen. Wir haben Überlebenden von Missbrauch und Expertinnen zugehört, viel über Macht und Machtmissbrauch nachgedacht und uns immer wieder gefragt, was das für uns persönlich und als Organisation bedeutet. Auf diesem Weg bleiben wir weiterhin Hörende und Lernende.
Für die große Unterstützung und den Zuspruch von vielen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern in dieser Zeit sind wir genauso dankbar wie für manche kritische Anfrage und konstruktives Infragestellen. Wir sind und bleiben auf Weggemeinschaft angewiesen. Schreiben Sie darum weiterhin gerne, wenn Sie Fragen oder Anmerkungen haben.

Aus zahlreichen Gesprächen mit Freunden und christlichen Leiterinnen und Leitern in Deutschland, Österreich und der Schweiz und vor allem einem ernsthaften Suchen nach dem Reden Gottes verspüren wir weiterhin den klaren Auftrag, unsere Arbeit im deutschsprachigen Raum weiterzuführen. Berufung kommt von Gott selbst und hängt weder an einer Organisation noch an einem Individuum. Darum möchten wir auch in Zukunft mit den Menschen, die unsere Gesellschaft in Wirtschaft, Politik, in den Medien und an Universitäten prägen, im Dialog über einen intellektuell verantwortlichen und persönlich gelebten Glauben sein und gläubigen Menschen Denkangebote machen.
Dabei wollen wir dem Geschehenen und Gott gegenüber Verantwortung übernehmen und grundlegende Veränderungen umsetzen. Wir möchten transparent mit unserer Geschichte umgehen und gleichzeitig hoffnungsvoll nach vorne schauen.

Auf Organisationsebene bedeutet das, dass unsere Arbeit in DACH noch eigenständiger, lokaler und autarker wird. Die globale Dachorganisation RZIM gibt es als solche nicht mehr; Initiativen und Pläne werden nun ausschließlich auf regionaler Ebene geschmiedet.
Mit vielen unserer geschätzten internationalen Kolleginnen und Kollegen möchten wir in Freundschaft verbunden bleiben und vor allem in Europa und Afrika wollen wir weiterhin auf informeller Basis miteinander kooperieren. Die Verwurzelung in Deutschland, Österreich und der Schweiz bildet jedoch unseren klaren Fokus, der sich nicht zuletzt in einer Verbreiterung und Vertiefung unserer nationalen Governancestrukturen spiegeln wird. Daran arbeiten wir gemeinsam mit unseren Vorständen in den jeweiligen Ländern, genauso wie an der angekündigten Umbenennung des Instituts.
Auch unseren Apologetik-Online-Kurs überarbeiten wir komplett – er soll in neuem Format noch besser in den deutschsprachigen Kontext hineinsprechen.

Wir sind gespannt auf das, was Gott in der Zukunft in DACH vorhat und werden Ihnen schon bald konkretere Neuigkeiten mitteilen.

Im Hinblick auf die letzten Monate sind wir sehr dankbar, dass wir trotz der schweren Vergehen von Ravi Zacharias und trotz der Pandemie so viele offene, „digitale“ Türen hatten, um bei Hochschulgruppen, bei evangelistischen Wochen in der Gemeinde und im wirtschaftlichen Kontext von der Hoffnung zu reden, die uns trägt – auch mitten in der Krise.
Diese großen Chancen wollen wir auch in Zukunft nutzen und sind dabei dankbar für alle Gebete und jede Unterstützung. Ein wichtiger Aspekt der neuen Struktur ist, dass wir nicht mehr so stark wie bisher von der Großzügigkeit von internationalen Spenderinnen und Spendern profitieren werden. Daher sind wir mehr denn je dankbar für jeden Beitrag, der dabei hilft, unsere Arbeit auch finanziell auf solide Beine zu stellen. Wer uns in dieser Form ermutigen und unterstützen möchte, findet hier die relevanten Informationen dazu.

Vielen Dank für Ihre Verbundenheit und Gottes reichen Segen in diesen bewegenden Zeiten,

Julia Garschagen
Leiterin DACH


Update – 9. März 2021 

Als Team versuchen wir gerade, die Ergebnisse der Untersuchung von Ravi Zacharias‘ Fehlverhalten und Missbrauch zu verarbeiten. Wie aus unserem untenstehenden Statement deutlich wird, unternehmen wir Schritte, um die Geschehnisse zu reflektieren, um zuzuhören und uns weiterzubilden. Außerdem sind wir dabei, Inhalte unserer Kanäle neu zu sortieren, unsere Organisationsstrukturen zu überprüfen und die Vereine in Deutschland, Österreich und der Schweiz umzubenennen. 

Vielen Dank für Ihre vielfältige Unterstützung während unserer Neuausrichtung. Bitte zögern Sie nicht, sich bei Fragen oder Gesprächsbedarf jeder Zeit an uns zu wenden.

Stellungnahme zum sexuellen Missbrauch durch Ravi Zacharias – 12. Februar 2021

Der Vorstand und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zacharias Instituts sind zutiefst entsetzt, erschüttert und unsagbar traurig über die Taten von Ravi Zacharias, die in den letzten Monaten ans Licht gekommen sind. Am 11.02.2021 wurde von RZIM (Ravi Zacharias International Ministries), unserer Partnerorganisation in den USA, der Untersuchungsbericht eines unabhängigen, externen Expertenteams veröffentlicht. Sie finden den vollen Bericht und eine Stellungnahme des Vorstands von RZIM hier. Darin wird bestätigt, dass Ravi Zacharias über Jahre hinweg systematisch Frauen sexuell missbraucht hat.

Wir verurteilen diese Taten aufs Schärfste. Dass Frauen gedemütigt und traumatisiert wurden, widerspricht grundlegend den Werten von Respekt, Gerechtigkeit und Wahrheit, denen wir uns als Nachfolgerinnen und Nachfolger Jesu Christi verpflichtet fühlen. Unser tiefes Mitgefühl, unsere Gedanken und Gebete sind mit den Frauen, die darunter gelitten haben und immer noch leiden. Wir sind dankbar, dass die Vergehen gegen sie nun ans Licht kommen und eine Aufarbeitung beginnen kann.

Teil dieser Aufarbeitung ist es, persönliches Versagen nicht zu verharmlosen. Wir begrüßen darum, dass RZIM persönliche Vergehen und organisatorisches Versagen öffentlich klar benennt. Dass weitere Schritte angekündigt werden, insbesondere das Angebot an Überlebende, sich vertraulich an eine unabhängige Betroffenenvertreterin zu wenden, sowie die Einsetzung einer umfassenden, externen Untersuchung der organisatorischen Strukturen, Finanzen und der Kultur von RZIM, halten wir für nötig und angebracht.

Uns selbst wird rückblickend bewusst, dass wir als Institut Ravi Zacharias gegenüber positiv voreingenommen waren und überdies den Kontrollmechanismen innerhalb von RZIM zu sehr vertraut haben. Schon im Kontext der 2017 erhobenen Anschuldigungen hätte nicht nur RZIM, sondern auch unser Institut die uns vorgetragenen Erklärungen kritischer hinterfragen müssen. Diese Versäumnisse tun uns außerordentlich leid.

Mit Blick auf Deutschland, Österreich und die Schweiz sehen wir es seit 2013 als unsere Berufung an, Brücken zwischen Wissenschaft, Kultur und Glaube zu schlagen und die Person Jesu Christi auf respektvolle Art und Weise in unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten ins Gespräch zu bringen. Die vielen offenen Türen und die vielfältige positive Resonanz auf diesen Ansatz ermutigen uns, an diesem Auftrag festzuhalten, auch wenn erst die kommenden Monate zeigen werden, in welchem Rahmen die Ressourcen dafür vorhanden sein werden.

Fest steht, dass das Institut nicht länger den Nachnamen von Ravi Zacharias tragen wird. Wir arbeiten bereits an einer Umbenennung.

Aus den Vorkommnissen in den USA wollen wir für die Zukunft lernen. Es ist unser tiefes Anliegen, alles in unserer Macht Stehende dafür zu tun, dass es sowohl in unserer Organisation als auch in unserer Gesellschaft keinen Platz und keine Strukturen für Machtmissbrauch gibt und dass Übergriffe jeglicher Art ans Licht kommen. Wir bilden uns daher in einem ersten Schritt als Team zu diesem Thema fort. Mit den Vereinsvorständen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind wir zudem dabei, unsere eigenen Organisationsstrukturen zu überprüfen, um eine Kultur von äußerster Transparenz und Rechenschaft innerhalb des Instituts zu gewährleisten.

Bitte zögern Sie nicht, sich bei Fragen oder Gesprächsbedarf jeder Zeit an uns zu wenden.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Ihre Partnerschaft und Ihre Gebete, besonders für die Betroffenen.